Vorwort


 

zur Vereinsgeschichte des Fischereivereins Owingen e.V.

von Karl Volm


Obwohl der Fischereiverein Owingen erst am 18. September 1978 im Vereinsregister beim Amtsgericht Balingen unter der VR Nr. 253 eingetragen wurde, bestand schon um das Jahr 1957/58 eine Interessengemeinschaft "Owinger Angler".

Die Eyach bahnte sich ihren Weg ab der Weilerkirche Richtung Ortschaft Owingen bis zur Mühle Stifel (Mühlenweg), verlieb bis zur jetzigen Talstraße, schwenkte ab nach Norden bis zur Mühle Sinz und folgte dann in etwa ihrem jetzigen Verlauf Richtung Stetten. Regelmäßige Hochwasser in der jetzigen Fischerstraße (früher Hudelgai) und in der EyachStraße (früher Unterdorf) bis zur Einmündung der Hofstraße waren an der Tagesordnung.

Der Fischbestand war gut besetzt mit Äsche, Aal, Karpfen, Schleie, Rotauge, Aitel oder Döbel, Barbe, Nase, Gründlingen, Elritze, Bartgrundel, Steinbeißer, Bachforellen und weiteren Futterfischarten. Regenbogenforellen waren damals bei uns kaum bekannt; diese wurden nach und nach aus den USA eingeführt.

 

Ein kleiner Einblick für das Interesse der Fischerei wird im Owinger Archiv nachgewiesen. Schon im Jahr 1856 wurden Verordnungen an Bächen und Flüssen entlassen. Das Regierungspräsidium Sigmaringen gab handschriftlich Anweisungen an das Oberamt Hechingen; dies gab ebenfalls handschriftlich Anweisung an das Vogtamt Owingen. Der jeweilige Vogt leitete die Verordnung an das Ortsgericht (8 Mann) weiter und ließ sich dies dann vom Bürgerausschuß (7 Mann) bestätigen.

Ein Verbot des Fischfangs während der Laichzeit wurde im Juni 1859 erlassen. Als erster Pächter des Fischwassers wurde 1871 Karl Hebrank namentlich genannt. Die Pacht betrug 15 Mark. 1874 wurden Strafsachen wegen unerlaubten Fischens im Vogtamt anfgezeichnet.

1884 wurden Schonreviere an der Eyach ausgewiesen. Beginn und Ende des Schonreviers sind mit Eisenpfählen deutlich anzuzeigen.

1892 mußte eine Meldung an das Oberamt gemacht werden, wieviele Enten und Gänse an das Wasser täglich getrieben wurden. Zur gleichen Zeit sind mehrere Strafbefehle wegen Nichteinhaltung der Gewässerverordnung ergangen. Die Gemeinde (Vogtamt) erhielt 40 Mark für die Schonreviere vom Regierungspräsidium Sigmaringen ausgezahlt.

1897 ist vermerkt, daß eine Satzung für den Fischereiverein "Hechingen-Haigerloch" erlassen wurde. Diese damalige Satzung ist fast identisch mit der heutigen Satzung des Fischereivereins Owingen. Wahrscheinlich ist die Satzung von Haigerloch übernommen worden.

Um das Jahr 1900 wurde das Vogtamt (der Vogt) in das Bürgermeisteramt (der Bürgermeister) umbenannt. 1902 wurden Eyach und Bäche in verschiedene Zonen eingeteilt und an 8 Pächter verpachtet. Am 16. Mai 1905 wurde ein Abschnitt der Eyach von 800 m Länge an Müller Stifel verpachtet, ein weiterer Abschnitt ging an Koch-Balingen. Der Pachtpreis pro Jahr wurde auf 10 Mark und 50 Pfennig festgesetzt. Die Pachtdauer betrug anfänglich 3 Jahre, und wurde später auf 10 Jahre verlängert. 1933 teilte man die Eyach in 2 Teilstücke auf. Der Pachtpreis wurde auf 10 Reichsmark festgesetzt. Pächter waren Anselm Stifel, Müller und Eppler (Überlandwerke Balingen). Die Pachtzeit betrug 12 Jahre und endete im Juli 1945.

Der 2. Weltkrieg endete am 8. Mai 1945. Die Neuverpachtung fand im Juli 1946 statt. Die neuen Pächter hießen: Reinhard Stifel, Anton Stifel, d. Remigius, Ambros Schick und Gregor Hebrank. Ab dem Jahr 1950 war die Fischerei fast auf den Nullpunkt angelangt. Infolge des schlechten Wassers, welches durch Einleitungen der Industrieabwässer aus den Räumen Ebingen und Balingen kam, war für die Fische kein Lebensraum mehr vorhanden. Die Fischerei war total uninteressant geworden.

Wie am Anfang erwähnt, bestand die Hochwassergefahr immer noch in gleichem Ausmaß wie vor Jahrzehnten. Mit Hilfe des Landes wurde die Beinahebegradigung und der Ausbau des Bachbettes vorgenommen. Für die Fische bedeutete dies eine weitere Einengung ihres Lebensraumes. Ab dem Jahr 1958/59, als Kläranlagen vermehrt gebaut wurden, und die betrieblichen und häuslichen Abwässer gereinigt in die Bäche zurückgeführt wurden, sah man wieder Fische und Leben in der Eyach.

Und so fanden sich "alte Fischer" und "junge Interessenten" zusammen und schlossen mit der Gemeinde Owingen einen Fischereipachtvertrag ab.